Vom 28.06. bis zum 3.07.2025 fand die Gedenkstättenfahrt 2025 nach Krakau (Polen) unter der Leitung von Frau Kehl und Begleitung von Herrn Leicher statt. Sie hatte das Ziel, uns, 24 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9, die intensive Geschichte des Holocausts näher zu bringen. Die Fahrt bot vielfältige Einblicke in die Geschichte und ermöglichte uns sowohl historische als auch persönliche Zugänge zu den Themen Erinnerung und Verantwortung.
28.06.2025 (Samstag) – Anreise
Am ersten Tag stand die Anreise auf dem Plan. Wir sind früh morgens um 6:21 mit dem ICE vom Kölner Hauptbahnhof Richtung Berlin losgefahren und kamen nach mehrmaligem umsteigen um ca. 21:15 Uhr in Krakau am Hauptbahnhof an. Den Weg zum Hotel nutzen wir, um einen ersten Eindruck von Krakau zu bekommen und etwas zu essen. Im Hotel Wilga angekommen sind wir ins Bett gegangen, um Kraft für die nächsten Tage zu bekommen.
29.06.2025 (Sonntag) – Jüdisches Viertel und ehemaliges Krakauer Ghetto
Am zweiten Tag begann unser inhaltliches Programm mit einer geführten Tour durch das jüdische Viertel „Kazimierz“, welches einst ein bedeutendes Zentrum jüdischen Lebens war. Wir besichtigten unter anderem eine der ältesten Synagogen Polens sowie zwei jüdischen Friedhöfe.
Nach der Mittagspause folgte eine Führung durch das ehemalige Krakauer Ghetto im Stadtteil Podgórze. Anhand von erhaltenen Gebäuden, Denkmälern und Erzählungen wurde uns das Ausmaß der Verfolgung und die Lebensbedingungen der jüdischen Bevölkerung während der deutschen Besatzung nähergebracht.
Nach der thematischen Einführung unserer Fahrt hatten wir Freizeit, in der wir Krakau besichtigen konnten und das schöne Wetter an der Weichsel genießen konnten.
30.06.2025 (Montag) – Auschwitz-Stammlager +Workshop über Sinti und Roma
Der dritte Tag startete um 6:30 mit Lunchpaketen und der Busfahrt nach Auschwitz. Am Vormittag besuchten wir das Stammlager Auschwitz I. Dort erhielten wir eine Führung durch die verschiedenen Blöcke, darunter z.B. Block 11 (der Todes Block) und einen Block, wo Gegenstände wie Koffer oder Kleidung der Häftlinge ausgestellt waren.
Das Stammlager Auschwitz I dient heute als Museum und Gedenkstätte.
Am Nachmittag nahmen wir an einem Workshop teil, der sich mit der Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus beschäftigte. Dieser fand in dem Block statt, wo sich die Ausstellung der Sinti und Roma befindet. Dabei konnten wir unser Wissen vertiefen und wichtige Parallelen zur jüdischen Verfolgung erkennen.
An diesem emotional aufwühlenden Tag nutzen wir die Freizeit um vom grausamen Thema des Holocaust Abstand zubekommen. Die ,,spaßige Seite“ der Fahrt half uns mit dem Thema klarzukommen.
1.07.2025 (Dienstag)- Auschwitz-Birkenau, Besichtigung der Ausstellung von Marian Kolodzjei + Gespräch mit der Zeitzeugin Monika Goldwasser
Der vierte Tag startete ebenfalls um 6:30 mit der Fahrt nach Auschwitz zum Lager Auschwitz-Birkenau.
Dort wurden wir durch das Lager geführt. Die Größe des Lagers, die Ruinen der Gaskammern, die erhaltenen Schlaf- und Sanitärbaracken vermittelten uns eindrücklich die Dimension des Verbrechens.
Später am Tag besuchten wir die Ausstellung des Künstlers Marian Kołodziej, der als Auschwitz-Überlebender seine Erfahrungen in intensiven, symbolhaften Zeichnungen verarbeitet hat. Bis zu seinem 55 Lebensjahr hat er seine Geschichte mit niemandem geteilt, doch nach einem Schlaganfall entschied er sich über das Trauma, das ihm widerfahren ist, zu erzählen. Der gelernte Künstler möchte mit seinen Werken keinen Appel setzten oder gegen etwas kämpfen, er möchte sein Trauma verarbeiten.
Der Tag endete mit einem bewegenden Zeitzeugengespräch mit Monika Goldwasser, die aufgrund einer mutigen Frau, die sie damals aufnahm, den Holocaust überlebte. Dieses Gespräch hat uns geehrt und geprägt. Die Chance mit Zeitzeugen zu sprechen gibt es nicht mehr lange und wir sind sehr dankbar, dass wir sie noch hatten.
2.07.2025 (Mittwoch)– Schindlers Fabrik und Stadtrallye
Am vierten Tag stand eine Führung durch die ehemalige Emaillefabrik von Oskar Schindler auf dem Programm, die heute ein Museum ist. Die Ausstellung vermittelt anschaulich die Geschichte Krakaus und insbesondere der polnischen Juden während der deutschen Besatzung sowie den mutigen Einsatz Schindlers, der über 1.000 Juden das Leben rettete.
Am Nachmittag nahmen wir an einer Stadtrallye durch die Altstadt Krakau teil. Dabei konnten wir die historische Stadt eigenständig erkunden und wichtige Orte wie den Hauptmarkt, den Wawel und das ehemalige Königsschloss kennenlernen. Dies war ein schöner nicht thematisch bezogener, sondern spaßiger letzter Programmpunkt.
Am Abend waren wir alle gemeinsam Pizza an der Weichsel essen, um die Gedenkstättenfahrt 2025 ausklingen zu lassen. Anschließend gingen wir ins Hotel zurück, um zu packen und einen schönen letzten Abend zu haben.
3.07.2025 (Donnerstag)– Abreise
Am letzten Tag traten wir um 6 Uhr die Rückreise an. Die Fahrt bietet Gelegenheit die vergangen Tage Revue passieren zu lassen Die persönlichen Geschichten, die historischen Orte und die Eindrücke der letzten Tage haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Um 21:30 kamen wir dann wieder am Kölner Hauptbahnhof an und somit endete die Fahrt für uns.
Die Gedenkstättenfahrt nach Krakau war eine prägende Erfahrung. Sie ermöglichte uns, Geschichte nicht nur zu lernen, sondern zu erleben. Die Begegnungen mit Orten der Erinnerung und mit Zeitzeugen haben unser Verständnis für die Bedeutung von Verantwortung und Toleranz nachhaltig vertieft. Trotz alledem ist es uns wichtig zu sagen, dass unsere größte Sorge in der Gruppe war, dass die Fahrt emotional zu überwältigend sein wird. Natürlich ist das Thema emotional mitreißend. Allerdings möchten wir dazu sagen, dass es immer die Möglichkeit gibt, aus der Situation herauszukommen, über Gelerntes zu reden oder am Ende des Tages abzuschalten!!
Text: Greta M. und Emma K.




