Zu Besuch bei den Vereinten Nationen

Der „Lange Eugen“ – ja, so hieß unser ersehntes Ziel. Am Donnerstag, den 8.12.2016, machte sich der Sozialwissenschaften-Zusatzkurs (Q2) von Herrn Krautkrämer auf den Weg nach Bonn, für eine Vorlesung im UN-Gebäude mit dem seltsamen Namen. Da Herr Krautkrämer dankenswerterweise die schnellste Verbindung vom AMG nach Bonn rausgesucht hatte, waren wir schon nach zweieinhalb Stunden am UN-Gebäude.

Bei unserer Ankunft wurden wir bereits erwartet und nach der Sicherheitskontrolle wurden wir zum Konferenzraum geführt. Der Vortrag wurde von Harald Ganns gehalten, dem „senior advisory“ der UN in Bonn. Uns wurden die verschiedenen Organe der UN und ihre Aufgaben wie Erhaltung von Weltfrieden, Menschenrechten und globaler Sicherheit erklärt. Außerdem wurde uns erläutert, dass die UN nach dem zweiten Weltkrieg von den damaligen fünf Weltmächten (Japan, Russland, USA, Frankreich und Großbritannien) gegründet wurde. Nun bestehe die UN schon aus 193 Mitgliedsstaaten.


 
Man erkennt Menschen im Einsatz der UN an einer blauen Kopfbedeckung, wobei die sogenannten „Blauhelmsoldaten“ am bekanntesten sind. Bei der Berufung von Soldaten für ihre Einsätze ist die UN auf die Mitgliedsstaaten angewiesen, die gegebenenfalls Leute zur Verfügung stellen. Zu beachten ist, dass es keine „UN-Armee“ gibt, was man auch an den Nationalflaggen auf der Ausrüstung erkennt. Ihre Ressourcen schickt die UN in alle Teile der Welt, wo Menschenrechte und Grundfreiheiten der Bürger in Gefahr sind. Auch wenn die UN größtenteils in afrikanischen Krisenländern wie Sudan und Libyen aktiv ist, gibt es auch europäische Missionen wie zur Zeit im Kosovo. Einige dieser Missionen laufen sogar schon seit über 50 Jahren und werden aufgrund von ständigem Konfliktpotenzial nicht in absehbarer Zeit abgeschlossen. Erschwerend für die UN ist dabei die Schnittmenge mit der Handlungsfähigkeit des Staates, in dessen Territorium eine Mission im Gange ist. Denn die UN ist gezwungen, nationale Souveränität zu achten und nicht tiefgründig im Staatssystem zu intervenieren. 

Anschließend durften wir Fragen an Herrn Ganns stellen, wo klar wurde, dass auch die Vereinten Nationen ihre Mängel haben. Das medienwirksamste Problem ist die Blockade Russlands und Chinas gegen Syrien-Resolutionen jeglicher Art im UN-Sicherheitsrat. Dazu muss man wissen, dass der UN-Sicherheitsrat aus 5 ständigen Mitgliedern (China, Russland, USA, Frankreich und Großbritannien) und 10 wechselnden Mitgliedern besteht. Der Sicherheitsrat ist ein wichtiges Organ der UN, denn nur er kann bindende Beschlüsse fassen und Resolutionen verabschieden. Allerdings geschieht dies nur, wenn mindestens alle 5 ständigen Mitglieder einem Beschluss zustimmen. Jedes dieser 5 Länder hat ein sogenanntes „Vetorecht“, das heißt, dass wenn ein Land sagt: „Nein, dieses Abkommen wollen wir nicht mittragen!“, dann ist das Abkommen erstmal vom Tisch. Keine Sorge, Herr Ganns ist sich dieses Problemes bewusst und schilderte uns den Konflikt von UN-Interessen und nationalen Interessen insbesondere im Fall Syrien. Dennoch werde die UN auch in der Zukunft ihr Bestes tun, um die Welt vor Terror und Menschenrechtsverletzungen zu schützen. 

An diesem Tag haben wir einen umfassenden Einblick in die Arbeit der UN erhalten und erkannten die globale Bedeutsamkeit ihrer Arbeit, auch wenn die UN es nicht immer leicht hat bei ihrer Mission zur Rettung der Welt. ;) Nach einem Gruppenbild im Foyer durften wir den „Langen Eugen“ mit einem erweiterten Horizont verlassen und beendeten eine äußerst aufschlussreiche und anderen Kursen zu empfehlende Exkursion.

Cora Burgwinkel, Pascal Tran Van (Q2)

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