Juniorwahl am AMG

Auszählung der Stimmen

Das Ergebnis der Bundestagswahlen steht fest, erste Verhandlungen für eine künftige Regierungsbildung laufen. Was bei der Betrachtung der Ergebnisse jedoch klar sein muss: Das akkumulierte Ergebnis der Wahlentscheidungen verschiedener Gruppen verschleiert Unterschiede. Menschen in ländlichen Regionen wählen anders als in den Städten, Osten anders als Westen, Männer anders als Frauen etc.

Wahlen entscheiden immer auch über die Zukunft, insofern ist es bemerkenswert, dass über ein Drittel der Wähler:innen über 60 Jahre alt ist, die unter 20-jährigen Wahlberechtigten machen nur 2,4% aus (vgl. https://www.bundeswahlleiter.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2021/01_21_wahlberechtigte-geschaetzt.html), unter 18-jährige werden gar nicht nach ihrer Meinung gefragt.

Das Projekt Juniorwahl (https://www.juniorwahl.de/) gibt Schüler:innen in ganz Deutschland eine Stimme. Möglichst realitätsnah wurde in der Woche vom 20. bis 24. September an über 4.500 deutschen Schulen die Bundestagswahl durchgeführt: mit von Schüler:innen bestelltem Wahlvorstand, Wahlbenachrichtigung, original Stimmzettel des Wahlkreises, Urne und Auszählung.

Bei uns fand die Juniorwahl in den großen Pausen statt, wahlberechtigt waren alle Schüler:innen ab der 8. Klasse. Schüler:innen der Sozialwissenschafts-LKs der Q1 und Q2 haben am Freitagnachmittag die Stimmen ausgezählt und an die Juniorwahl übermittelt. Sonntag um 18 Uhr konnten dann alle die Ergebnisse abrufen – parallel zu den ersten Hochrechnungen. Das Interesse war groß, die Homepage des Projekts zeitweise wegen der großen Zahl an Zugriffen nicht mehr erreichbar (ein Video der Auszählung am AMG kann HIER angesehen werden).

Während im Bundesergebnis der Juniorwahl Grüne, FDP und SPD bei um die 20% dicht beieinander landen, wählte das AMG mit 37% Grün (Platz 1) und 22% FDP (Platz 2). CDU (12%), SPD (9%) und LINKE (5%) landen weit abgeschlagen dahinter. Alle anderen schaffen den Sprung über die 5%-Hürde nicht. Wie im gesamten Bundesgebiet erhalten die „kleinen“ Parteien insgesamt wesentlich mehr Stimmen als bei den „echten“ Wahlen. Mit einer Wahlbeteiligung von 71,8% lag das AMG etwas unter dem Bundesdurchschnitt – die Analyse läuft und wir arbeiten daran, bei einer zukünftigen Teilnahme die Beteiligung zu erhöhen (die Ergebnisse der Wahl am AMG kann HIER eingesehen werden, das Bundesergebnis der Juniorwahl ist HIER verlinkt).

Es ist für uns als Unterrichtende des Fachbereichs Politik/Sozialwissenschaften immer wieder schön und beruhigend zu sehen, wie interessiert unsere Schüler:innen im Rahmen der Juniorwahl politischen Themen und Inhalte diskutieren und ihre Verantwortung als (zukünftige) Wähler:innen annehmen. Die Ergebnisse verhallen nicht ungehört, das Projekt wird begleitet vom Deutschen Bundestag. Die Abgeordneten werden sich sicher genau anschauen, wie die Jugend sich entschieden hat.

Daniel Klisch