Besuch der 9d im EL-DE-Haus

Die Zeit des Nationalsozialismus ist zweifellos eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Deutschlands. Von 1933 bis 1945 herrschten die Nazis in einem von Diskriminierung und Antisemitismus geprägten Staat. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Geheime Staatspolizei, kurz Gestapo. Die Gestapo, deren Hauptaufgabe die Verfolgung der Gegner der Nazis war, hatte auch eine Zentrale hier in Köln, im EL-DE-Haus, benannt nach dem ehemaligen Besitzer des Hauses Leopold Dahmen. Dort befindet sich heute ein Museum, das NS-Dokumentationszentrum Köln. Dieses Museum haben wir, die Klasse 9d, am 29.11. im Rahmen des Geschichtsunterrichts bei Frau Ruhland besucht.   

Vor Ort haben wir an einer Führung und einem Workshop zum Thema „Jugend im Nationalsozialismus“ teilgenommen. Als wir im EL-DE-Haus ankamen, wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe sollte mit der Führung anfangen, eine andere mit dem Workshop. Ich war in der Gruppe, die mit der Führung begann. Zuerst haben wir die Ausstellung in den ehemaligen Büros der Gestapo besichtigt. Hier wurde uns unter anderem viel über die Hitler-Jugend, aber auch über verschiedene Widerstandsgruppen erzählt. Danach haben wir den Keller besichtigt, in dem sich früher sich zehn Gefängniszellen befanden, in die zeitweise bis zu 20 Personen ohne Bett und mit nur einem winzigen Fenster eingesperrt waren. Ursprünglich waren die Zellen auf ein bis zwei Gefangene ausgelegt. In den Wänden dieser Zellen kann man bis heute lesen, was die Insassen in die Zellenwände einritzten. Einige hinterließen nur ihren Namen, andere längere Botschaften, einige ritzten sogar Kalender in die Wände. Nachdem wir den Keller besichtigt hatten, waren wir mit dem Workshop an der Reihe. Hierbei mussten wir Rätsel rund um Gegenstände aus dieser Zeit lösen und Codes finden. Am Ende erhielten wir dann jeweils die Geschichte von einer Person, die während der NS-Zeit in Köln lebte.

Für uns war dieser Tag eine sehr spannende und interessante Erfahrung. Auch wenn man sich natürlich nicht wirklich vorstellen kann, wie es den Menschen in der Gefangenschaft ergangen ist, konnten wir dennoch einmal sehen, was mit Menschen passierte, die sich den Nazis entgegenstellten. Gleichzeitig wurde uns nochmal eindrucksvoll vor Augen geführt, dass so etwas nie wieder geschehen darf.

Janek Stockhaus (9d)