Fast Fashion – Der hohe Preis billiger Mode

In unserer globalisierten Welt ist es für den Verbraucher fast unmöglich zu erkennen, woher seine Konsumprodukte stammen und was für einen Weg sie im Laufe ihrer Produktion schon hinter sich haben. Vor allem in der Textilindustrie sind die Auswirkungen der Produktion auf Menschen, Tiere und Umwelt oftmals verheerend. Zu einem bewussteren Umgang mit sogenannter „Fast Fashion“, also Mode zu einem Spottpreis, die alle paar Wochen in den Läden ausgetauscht wird, will eine gleichnamige Ausstellung im Rautenstrauch-Joest Museum in Köln anregen. Diese besuchte der Englisch LK der Q2 von Frau Freudenstein am 16.1.2019 im Rahmen einer Exkursion zur Unterrichtsreihe „Globalisation“.

In einer einstündigen Führung durch die Ausstellung wurden die Schüler unter anderem über Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion, Produktionswege einzelner Kleidungsstücke und die Entsorgung und Verwertung unverkaufter und abgetragener Kleidung aufgeklärt.

Neokolonialismus: Haitianer tragen US-Amerikanische T-Shirts, weil diese besonders billig sind-oft ohne ihre Aufschrift lesen zu können oder zu verstehen.

Wie die Führerin betonte, soll die Ausstellung keine moralisierende Wirkung haben, sondern lediglich der Aufklärung und dem bewussteren Umgang mit Kleidung dienen. Jeder könne sich ein Bild von den Bedingungen und Auswirkungen der Produktion machen und anschließend selbst entscheiden, wie er in seiner Rolle als Verbraucher mit dem Thema Textilienkonsum umgeht.

Mit Fotos, Texten und Videoinstallationen wurden Informationen und Eindrücke vermittelt. So gab es zum Beispiel eine Art Litfaßsäule mit Bildern von Fabrikarbeitern, die die von ihnen produzierte „Fast Fashion“ tragen. Daneben fand sich jeweils ein Zitat der jeweiligen Person über ihre Lebensbedingungen als Arbeiter in einer Textilfabrik. Für viele reicht das Geld kaum zum Überleben, sie arbeiten jeden Tag von morgens bis abends in der Fabrik, sind giftigen Chemikalien ausgesetzt und bekommen doch nur einen Bruchteil des Verkaufspreises des hergestellten Produktes als Lohn. Auch wenn große Marken sich oft mit dem Argument in Schutz nehmen, sie seien für die Produktion ihrer Produkte nicht verantwortlich, da diese durch Subunternehmen durchgeführt wird, ist doch klar, wer die Schuld für Umweltverschmutzung, Hungerlöhne und minderwertige Qualität trägt, nämlich die Großkonzerne, die sich auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt bereichern. Eine Veränderung, das hat die Ausstellung gezeigt, ist nur möglich, wenn der Verbraucher kritischer das Angebot hinterfragt und besser aufgeklärt ist. Dazu kann ein Besuch dieser Ausstellung durchaus beitragen. Die Beschäftigung mit dem Thema ist für viele Schüler auch außerhalb des Unterrichts wichtig.

Nachdem die gemeinsame Führung beendet war, fand eine anschließende Diskussion im Museumscafé statt, bei der Meinungen und Ideen ausgetauscht wurden. Jeder Schüler wird wohl anders mit den gewonnenen Informationen umgehen, aber einen besseren Überblick über die Hintergründe der Textilindustrie haben sicherlich alle Besucher der Ausstellung gewonnen.

Text & Fotos: Marie Scholl (Q2)