Wissenschaft am AMG – „Masterclass Teilchenphysik“ der Q1

Am Dienstag, dem 23.10.2012, war es wieder soweit. Zum zweiten Mal durften wir zwei Doktoranden der Uni Bonn aus dem Bereich Teilchenphysik am AMG begrüßen, die von 14:00 bis 18:30 Uhr eine „Masterclass“ in ihrem spannenden Fachgebiet für physikbegeisterte Schüler der 11. Jahrgangstufe (Q1) anboten.
13 Schüler versammelten sich nach dem Unterricht im Computerraum 136, wo wir bereits von den jungen Wissenschaftlern erwartet wurden, die sich als Simone Zimmermann und Michael Lupberger vorstellten. Nach einer kurzen Vorstellung wurden wir mit dem vorgesehenen Kursprogramm vertraut gemacht, das unser Interesse noch weiter steigerte und bei allen Teilnehmern Vorfreude aufkommen ließ. Der Nachmittag teilte sich in drei Teile mit zwei kurzen Pausen dazwischen. In diesen aßen wir drei von Frau Müller-Gräve, die das Projekt ins Leben gerufen hatte, gebackene und sehr leckere Kuchen. Am Anfang stand ein Vortrag des Doktoranden Michael, der uns, visuell durch eine Power Point Präsentation hervorragend unterstützt, in das Fachgebiet Teilchenphysik einführte. Hierbei verschaffte er uns einen Überblick über die verschiedenen bekannten Elementarteilchen sowie ihre bekannten Eigenschaften, Vorkommen und Funktionen und stellte dabei auch einen sehr interessanten Aktualitätsbezug zum aller Wahrscheinlichkeit nach am Teilchenbeschleuniger LHC im Forschungsinstitut CERN bei Genf entdeckten Higgs-Bosons her, welches viel mediale Aufmerksamkeit erregt hatte.

Da wir das Glück hatten, dass beide Referenten selbst am CERN forschen, bekamen wir so einen seltenen und außerordentlich fundierten Einblick in den aktuellen Forschungsstand auf diesem Wissenschaftsgebiet, sowie auch über dessen Geschichte und die Motivation der Wissenschaftler, in diesem Bereich zu forschen.
Nach einer kurzen Gruppenarbeit, durch die uns die verschiedenen Arten von Elementarteilchen veranschaulicht wurden, und der sich daran anschließenden kurzen Pause folgte ein zweiter Vortrag, diesmal von der Doktorandin Simone. Diese Präsentation beschäftigte sich mit dem Forschungsinstitut CERN, insbesondere dem 2010 dort eröffneten und mit 27km längsten Teilchenbeschleuniger der Welt, dem LHC. Die Begeisterung für die Arbeit an der High-Tech Einrichtung mit gut 10000 Wissenschaftlern aus über 100 Ländern aus allen Teilen der Erde war dabei förmlich spürbar und machte das Ganze noch ansprechender. Nach einer weiteren kurzen Unterbrechung ging die Wissenschaftlerin schließlich auf die echten Messungen der Detektoren im LHC ein. Wir wurden zunächst mit Aufbau und Funktion der einzelnen Komponenten der Detektoren vertraut gemacht, worauf uns anschaulich erklärt wurde, was aus den bei Experimenten aufgezeichneten Ergebnissen abzuleiten ist. Bei all diesen Vorträgen bekamen wir die Möglichkeit, Fragen zu stellen, welche in sehr detaillierter und gut verständlicher Art und Weise erläutert wurden.
Nachdem wir die Einführung zu den Detektoren erhalten hatten, und somit in die Lage versetzt worden waren, aus den Ergebnissen der Messungen die Art der entstandenen Teilchen ablesen zu können, begann der für mich interessanteste Teil des Nachmittags. Wir bekamen in Zweier-Teams am Computer je 50 echte Bilder als Ergebnis, die wir wissenschaftlich auswerten und daraus Rückschlüsse auf die Elementarteilchen ziehen konnten. Dabei wurde uns von den beiden Doktoranden bei Nachfragen freundlich und fachmännisch geholfen.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Quiz, das ebenfalls in den Zweier-Teams durchgeführt wurde. Um 18:45 Uhr wurden wir nach einem langen Schultag, aber um einiges an Wissen reicher, entlassen.
Insgesamt lässt sich somit resümieren, dass die Veranstaltung für alle Beteiligten hochinteressant war, da sie die Möglichkeit bot, mit Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen, die sozusagen mitten im Forschungsleben an der weltweit einmaligen Forschungseinrichtung CERN stehen, wodurch wir unser Wissen in diesem Interessensgebiet deutlich erweitern durften.

Adrian Berger