Neue Eindrücke – Exkursion des Geschichts-LKs zum Historischen Zentrum in Wuppertal

>Es ist unerträglich heiß und stickig – 35 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit. Der Geruch von muffigen Textilien und öligen Schmierstoffen liegt in der Luft. Maschinen rattern in immer schnellerem Stakkato, der ohrenbetäubende Lärm schwillt bedrohlich an. Unter den Füßen vibriert der Boden.<

So sah vor etwa 200 Jahren die Arbeit in einer Textilfabrik aus. Das Museum für Frühindustrialisierung bietet neben einer allseits bekannten Ausstellung mit Maschinen, Dokumenten und Nachbildungen auch sehr realistische Einblicke in den damaligen Arbeitsalltag, z.B. den oben beschriebenen Erlebnisraum.

So waren viele von uns trotz der Vorkenntnisse sehr überrascht über das harte und mühsame Leben, das vor allem ein Kind zu dieser Zeit ertragen musste. Bei der Auseinandersetzung mit der Zeit der Frühindustrialisierung im 19. Jahrhundert darf nicht nur der oft assoziierte Fortschritt genannt werden, sondern auch die schrecklichen Lebensbedingungen, die mit dieser Zeit einhergingen, sollten bei dem Bild, das sich im Kopf bildet, berücksichtigt werden. So möchte heutzutage wohl keiner von uns mit dem Kind, das damals zwischen den Maschinen auf dem Boden krabbelte um die Baumwollreste aufzuheben, tauschen.

Der Ausflug nach Wuppertal, in Verbindung mit einem Besuch des Museums für Frühindustrialisierung, des Engels-Hauses (dem ehemaligen Wohnhaus von Friedrich Engels’ Großvater), einer Fahrt mit der bekannten Wuppertaler Schwebebahn und einem abschließenden Gang über den Weihnachtsmarkt, hat sich auf jeden Fall gelohnt und offenbarte uns eine veränderte Sichtweise auf die in Büchern geschilderte Zeit der Frühindustrialisierung.

Constanze Mühl

Zu dem Foto:

Frau Ruhland und der Geschichts-LK vor dem ehemaligen Wohnhaus von Friedrich Engels’ Großvater.