Es weihnachtet mehr

Freitag, kurz nach sechzehn Uhr. Auf dem Schulhof des AMGs wird es langsam dunkel. Wie Konfetti verteilen sich einzelne Zelte auf dem sonst doch eher kargen Schulhof und sorgen für Stimmung.

Eine Attraktion wie dieser Weihnachtsmarkt ist das, worauf nicht nur die AMGler, sondern auch sämtliche Eltern, Bekannte und natürlich die Lehrerinnen und Lehrer die letzten zwei Jahre hin gefiebert haben: Im Zuge der Coronapandemie, die in Wellen verläuft, mal besser, mal schlechter geworden ist, im Laufe der letzten Wochen aber zunehmend wieder an Fahrt aufnahm, litt das Gefühl der Verbundenheit. Die festliche Stimmung, die sonst immer zur Vorweihnachtszeit am AMG dazugehört hatte, wollte sich dieses Jahr nicht so recht einstellen.

Dagegen muss was getan werden, dachten sich deswegen Frau Peschke, Frau Janz und Frau Witteck. Es wurde hin und her überlegt, hier und da Ideen eingeholt, die Realisierbarkeit sämtlicher Projekte geprüft, und am Ende stand es fest.

Es würde einen Weihnachtsmarkt geben, hier, am AMG, trotz Corona. Nur wie?

Ein umfassendes Hygienekonzept wurde auf die Beine gestellt, verschiedene Verkaufsstände während der letzten Schulwochen, zwischen Klassenarbeiten, Klausuren, Präsentationen und Vokabeltesten, emsig geplant. Lichterketten, Plakate, Weihnachtsbaumdekorationen, Glitzerstifte und Heißklebepistolen mussten angeschleppt, Herzlich-Willkommen-Schilder gemalt werden. Als der Morgen des siebzehnten Dezembers schließlich anstand, der Tag, an dem der Weihnachtsmarkt stattfinden sollte, war an Unterricht kaum noch zu denken.

Mit voller Motivation ging es an die finale Umsetzung des Projektes: Den Aufbau des Weihnachtsmarktes. Nun, das war leichter gesagt als getan. Probleme mit den Stromanschlüssen etc. führten dazu, dass mehrmals umdisponiert werden musste. Liebevoll aufgebaute Verkaufsstände wurden abgerissen, um an anderer Stelle neu errichtet zu werden: Die Nervosität aller stieg, die Stunden, die noch zwischen dem Beginn des Weihnachtsmarkts standen, verrannten schier. War es wirklich möglich, einen gesamten Weihnachtsmarkt innerhalb von nur einigen Stunden zu errichten? Andere Weihnachtsmärkte fingen doch schon Tage, wenn nicht sogar Wochen vorher mit dem Aufbau an!

Naja, letztendlich löste sich doch noch alles in Wohlgefallen auf.

„Dass Schule und Weihnachten vereint werden“, „es ist etwas Neues, und außerdem kann ich hier viele meiner Freunde treffen“ und „ein Akt des Zusammenseins in diesen schwierigen Zeiten, wegen Corona wäre mir dieser Austausch mit anderen sonst nicht möglich. Dafür bin ich echt dankbar“ sind nur einige Reaktionen der Eltern- und Schülerschaft, die sich den Weihnachtsmarkt am AMG selbstverständlich nicht entgehen lassen wollen.

Während sie über den so veränderten Schulhof schlendern, es langsam dunkler wird und Teelichter, Lichterketten und die von unten, bunt angestrahlten Bäume zu den einzigen Lichtquellen werden, können sie sich dem warmen, vorweihnachtlichen Gefühl nicht erwehren, das sich langsam in ihnen ausbreitet.

Die lieblichen Klänge der Musikkurse von Herrn Burger und Frau Hense, die zum Kauf von Waffeln, Crêpes, Glühwein, Kinderpunsch, Kakao und sämtlichen liebevoll selbst gebastelten Kleinigkeiten anregen, wecken die Lust auf das Weihnachtskonzert, das nach dem Weihnachtsmarkt ansteht.

Stände, die das Dosenwerfen oder einen Blick in die Zukunft anbieten, und die Tombola bieten eine willkommene Abwechslung, aber das Beste?

Tja, das lässt sich nicht so einfach sagen; Schönheit liegt eben im Auge des Betrachters. Aber die Einnahmen, die ganzen Münzen, die den Abend über in die Kassen des AMGs klimperten, tragen doch maßgeblich zum guten Gefühl und der festlichen Stimmung bei: Das Geld geht nämlich an eine Schule im Kongo, deren Strohdach durch ein Unwetter beschädigt wurde und die nun nicht mehr auf dem Trockenen sitzt.

 

Mai Erdmann (Q2)

 

Tatsächlich konnten wir unser Spendenziel von 4500€ erreichen und so das neue Dach finanzieren. Wir möchten uns herzlich bei allen bedanken, die uns dabei so tatkräftig unterstützt haben. Ein großes Dankeschön geht auch an alle Sponsorinnen und Sponsoren aus der Umgebung und unsere Kooperationspartner vom Seniorenheim.

Sollten auch Sie noch für das Projekt spenden wollen, um Tische und Bänke für die Kabuanga Schule mitzufinanzieren, können Sie das weiterhin unter folgender Bankverbindung tun:

AMG Bensberg
DE94 3706 2124 0401 2690 53
Verwendungszweck Spende_Kongo